Unwetterwarnzentrale Meteomedia AG
 
Auf unsere Anfrage "Kann die Meteomedia AG Unwetterwarnungen direkt an die Gemeinden im Gebiet des Gottleuba-, Müglitz- und Weißeritztales ausgeben", stellte Herr Kachelmann das Konzept für eine Unwetterwarnzentrale vor.
 
Konzept Unwetterwarnzentrale Meteomedia (Deutschland)
 
Ziel
Es ist ein Warnsystem zu schaffen, das in bestmöglicher zeitlicher und räumlicher Auflösung Behörden und die Bevölkerung von Unwettern, insbesondere vor Starkregen, Hagel, Sturm und Starkschneefall warnen soll.
 
Zielführende Massnahmen
Ab Januar 2003 wird ein Team von 5 bestausgebildeten MeteorologInnen sich ausschliesslich der Unwetterwarnung widmen. Diese Unwetterwarnzentrale (Arbeitstitel, UWZ) wird sich an einem noch zu definierenden Ort in Deutschland etablieren, rund um die Uhr arbeitsfähig sein und auf Landkreisebene heruntergebrochen folgende Warnzustände definieren:
  • GRÜN: Keine Bedrohungslage
  • GELB: Eine Vorwarnung für den entsprechenden Landkreis ist in Kraft, die laufend aktualisiert wird.
  • ORANGE: Eine Unwetterwarnung Stufe 1 ist in Kraft
  • ROT: Eine Unwetterwarnung Stufe 2 ist in Kraft
 
  GELB
wird ausgerufen, wenn innerhalb der nächsten 48 Stunden ein Unwetter zu erwarten ist, dieses aber noch nicht genau vorhergesagt werden kann - typisch gilt dies für Orkane, deren Eintreffen auch schon 48 Stunden vorher absehbar ist oder an Sommertagen, die in bestimmten Landesteilen eine grosse Unwetterbereitschaft ausweisen. Sie entspricht etwa den, was der DWD heute eine Unwetterwarnung nennt. Die maximale Vorwarnfrist ist 48 Stunden.
   
  ORANGE
wird ausgerufen, wenn unmittelbar in einem Landkreis folgende Ereignisse zu befürchten sind:
    - mehr als 25 mm Regen pro Stunde
    - mehr als 50 mm Regen in 24 Stunden
    - mehr als 75 mm in 36 Stunden
    - mehr als 100 mm in 48 Stunden
    - mehr als 10 cm Neuschnee in 6 Stunden
    - mehr als 25 cm Neuschnee in 24 Stunden
    - mehr als 75 km/h in Windspitzen
    - Hagelschlag möglich
   
  ROT
wird ausgerufen, wenn unmittelbar in einem Landkreis folgende Ereignisse zu befürchten sind:
    - mehr als 40 mm Regen pro Stunde
    - mehr als 80 mm Regen in 24 Stunden
    - mehr als 100 mm Regen in 36 Stunden
    - mehr als 150 mm in 48 Stunden
    - mehr als 20 cm Neuschnee in 6 Stunden
    - mehr als 50 cm Neuschnee in 24 Stunden
    - mehr als 100 km/h in Windspitzen
    - Hagelschlag sicher
 
Hinter jeder Stufe GELB, ORANGE und ROT wird ein entsprechender Text stehen, der die Unwetterwarnung beschreibt und entsprechende Verhaltensratschläge gibt. Die Texte werden laufend aktualisiert.
 
Die UWZ ist je nach Unwetter-Bedrohungslage unterschiedlich besetzt. In ruhigen Zeiten gibt es nur einen Pikettdienst, der die Wetterlage überwacht und bei Annäherung einer GELB-Lage die UWZ besetzt. Je nach Ausdehnung und Gefährlichkeit der Wetterlage wird die UWZ mit bis zu 5 Meteorologen gleichzeitig und durchgehend betrieben, um bei grossflächigen Unwetterlagen adäquat warnen zu können.
 
Die Warnkriterien und Hilfsmittel (Radargestützte Warnungen etc.) werden einer laufenden Überprüfung unterzogen und ggf. verbessert und weiterentwickelt. Es wird angestrebt, Ende des Jahres 2003 eine weitere Verbesserung der Performance der automatischen Unterstützung der UWZ zu erreichen, indem ein MOS mit 6-stündigem Update aus der neuen, ab Januar 2003 verfügbaren hochaufgelösten Modellierung des englischen Wetterdienstes berechnet werden soll. Dies wird dann das alte ECMWF-MOS im Bereich zentrales Europa ablösen.
 
17. November 2002, Jörg Kachelmann
 
 
Weitere Hintergrundinformationen zur Unwetterwarnzetrale sind im Buch Die große Flut nachzulesen.
 
 
Die Meteomedia AG (Kachelmann) betreibt Wetterstationen in Altenberg, Bad Gottleuba, Dippoldiswalde, Hartha und Dresden/Hygienemuseum. In Verbindung mit den Daten der örtlichen Wetterstationen sollte es gelingen, Vorwarnzeiten von 24 Stunden und mehr auch für die Täler im Osterzgebirge zu realisieren. Mit entsprechender Technik ist es auch möglich, die Unwetterwarnungen an die Landkreise automatisiert direkt an die Gemeinden zu versenden.
 
 
 
letzte Aktualisierung: 31.12.2002
email: Webmaster@Mueglitztal-Flut.de