Der Prießnitzdamm
 
Das Rückhaltebecken an der Prießnitz zwischen Johnsbach und Glashütte ist das einzige im gesamten Einzugsgebiet der Müglitz.
 
Daten:
1934 im September und 1948 im Mai gibt es schwere Unwetter im Luchberggebiet. Die Prießnitz tritt danach in Glashütte über die Ufer.
1949 beginnt die Planung des Schutzdammes oberhalb der Stadt Glashütte. Er wird so berechnet, daß das unterirdische Gewölbe, in dem die Prießnitz durch Glashütte fließt, das überlaufende Wasser faßt. das sind 16 Kubikmeter/Sekunde. Das Fassungsvernögen beträgt 70.000 m³.
1951 Baubeginn
1953 geht der Damm in Betrieb
1957 ist das Rückhaltebecken gefüllt (Unwetter).
1997 übergibt die Talsperrenverwaltung den Damm an die Stadt Glashütte.
2001 im Oktober ist die letzte Begehung des Dammes.
2002 im April wird der aktuelle Sicherheitsbericht vorgelegt: der Damm ist in Ordnung
2002 am 12. August überspült das Wasser die Dammkrone und reißt ein Loch.
 
Ein Standsicherheitsgutachten für das Rückhaltebecken Glashütte von Anfang Mai 2002 stellt fest, daß der Damm auch bei Vollstau der Belastung stand hält aber nicht überflutungssicher sei. Die fehlende Überflutungssicherheit resultiert aus dem nicht hinreichend dimensionierten Hochwasserüberlauf. Als Sofortmaßnahme hatte die Gemeinde Glashütte die Betriebsvorschrift für das Rückhaltebecken ergänzt. Für den Fall des drohenden Überlaufs sollte der Damm durch Sandsäcke erhöht werden.
 
Das Einzugsgebiet oberhalb des Dammes ist ca. 11 km² groß. Innerhalb von 36 Stunden sind dort ca. 250 l/m² Niederschlag und mehr gefallen. Das ergibt 2,75 Mio m³ Wasser. Es kommt zum Überlauf des Rückhaltebeckens. Die Überlauftreppe kann diese Wassermassen nicht aufnehmen, so daß direkt neben dieser das Wasser über die ungeschützte Dammkrone läuft. Sandsäcke zur Erhöhung der Dammkrone sind auf diesem Bild nicht zu erkennen. beginnende Überflutung
 
Das überfließende Wasser sägte am 12. August 2002 ab 16:29 praktisch einen Kanal innerhalb von 30 Minuten durch den Damm, je tiefer um so schneller schritt dieser Prozeß voran.
 
Zerstörter Prießnitzdamm
Zerstörter Prißnitzdamm nach der Flut vom 12./13.8.2002
Links ist die Überlauftreppe sichtbar, die praktisch auf gewachsenem Felsen ruht. Der Einlauf zu dieser Treppe liegt nur ca 0,5 m unterhalb der Dammkrone. Rechts ist der intakte unterirdische Abfluß des Dammes mit einer Höhe von ca. 1 m. Dessen Durchlaßfähigkeit war auf das unterirdische Bachbett der Prießnitz in Glashütte angepasst.
 
Etwa 100 m oberhalb des Dammes ist ein Freibad. Die Gefahr, daß von dort Treibgut aufgeschwemmt wird und der Abfluß blockiert bzw. die Dammkrone beschädigen kann ist nicht auszuschließen.
 
Der Damm selbst hielt dem Druck der Wassermassen stand. Beschädigungen durch Ratten und Wühlmäuse waren laut der letzten Begehung im Oktober 2001 nicht vorhanden.
 
Der Auslaufende Damm hat in Glashütte schwere Zerstörungen verursacht. Für die unterhalb von Glashütte liegenden Ortschaften hatten die 70.000 m³ Wasser aus diesem Rückhaltebecken nur einen verschwindenen Einfluß. Der Spitzendurchfluß im Bereich Dohna lag bei 400 m³/s, die 70.000 m³ flossen innerhalb von 175 Sekunden vorbei.
 
 
Literatur:
  • Die meteorologischen Ursachen für das Unwetter am Luchberg im Osterzgebirge am Montag den 17. September 1934, Beilage im Jahrbuch des sächsischen Amtes für Gewässerkunde April 1936
  • Bericht der unabhängigen Kommission der Sächsischen Staatsregierung Flutkatastrophe 2002 (Kirchbachbericht)
  • Sächsische Zeitung vom 23.8.2002
 
Fotos:
Internetseite von Glashütte
 
 
letzte Aktualisierung: 26.12.2002
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