Flußsystem der Müglitz
 
Die Müglitz hat eine Länge von 48,9 km bei einem Höhenunterschied von 750 m. Das Quellgebiet liegt auf dem Kamm des Osterzgebirges und reicht bis ins Tschechische hinein. Sie mündet in die Elbe in Heidenau (früher Mügeln).
 
Das Einzugsgebiet der Müglitz beträgt 214 km². Davon entfallen auf
Name Mündung Fläche
Weiße Müglitz Lauenstein 40,1 km²
Rotwasser Lauenstein 27,8 km²
Trebnitz Oberschlottwitz 20,3 km²
Biela Bärenstein 17,5 km²
Prießnitz Glashütte 17,5 km²



Pegelmeßstellen sind an folgenden Punkten installiert:
Name Lage
km
Fläche
km²
Status
Dohna 4,3 198,4 DFÜ
Mühlbach
Lauenstein 1 37,1 40,1 DFÜ
Lauenstein UP 38,4 38,0 DFÜ
Geising 1 3,7 25,7 DFÜ *

DFÜ Datenfernübertragung
DFÜ * Datenfernübertragung mit Hochwassermeldefunktion
Einzuiugssystem der Müglitz
  Grafik aus Hochwasserschutz in Sachsen, nachbearbeitet durch D. Weirauch
 
Der Pegel Mühlbach wurde noch 1996 in Veröffentlichungen als Hochwassermeldepegel geführt. In den aktuellen Liste der Landeshochwasserzentrale des Landesamtes für Umwelt und Geologie Sachsens ist der Pegel Mühlbach nicht mehr enthalten. Sinnvoll ist ein Pegel unterhalb der Zuflüsse von Biela (Bärenstein), Prießnitz (Glashütte), Trebnitz (Oberschlottwitz) und dem Cunnersdorfer Bach (Niederschlottwitz). Deren Einzugsgebiet ergibt immerhin rund 60 km², das sind ca. 30 % des Einzugsgebietes der Müglitz. Dadurch könnten die Vorwarnzeiten für die unterhalb liegenden Gemeinden vergrößert werden.
Seit dem 13. August 2002 wurden über 4 Wochen keine Werte mehr von diesen Pegelmeßstationen angegeben, nach 8 Wochen gibt es nur Daten von Dohna und vom Roten Wasser in Geising. Beim Ausfall der Technik sind die Behörden scheinbar hilflos. Früher hat man die Pegel mit der Hand gemessen und telefonisch weitergegeben.
 
Nach den Fluten von 1897, 1927 und 1957 wurde wiederholt über den Bau von Hochwasserschutzsystemen an der Müglitz diskutiert. Planungen für ein Rückhaltebecken bei Lauenstein an der Weißen Müglitz gab es schon vor dem ersten Weltkrieg.
 
Aus Veröffentlichungen der DDR-Wasserwirtschaft in den Fünfziger Jahren geht hervor, daß über Rückhaltebecken und Stauanlagen an der Weißen Müglitz, der Biela, der Trebnitz, der Prießnitz und der Müglitz bei Schlottwitz beraten wurde. Letztendlich wurde 1953 nur ein kleines Rückhaltebecken an der Prießnitz mit 70.000 m³ Fassungsvermögen gebaut.
Anfang der Neunziger Jahre wurden wieder Planungen für eine kombinierte Nutzung Trinkwasser/Hochwasserschutz in Auftrag gegeben. Der Trinkwasserbedarf ist in Sachsen rapide zurückgegangen, so daß nur der Hochwasserschutz auf der Tagesordnung stand. Für den Hochwasserschutz blieb letztendlich nur noch das Rückhaltebecken Lauenstein übrig. Der Baubeginn wurde immer wieder hinausgeschoben. Der offizielle erste Spatenstich erfolgte am 5. August 2002, eine Woche vor der Flutkatastrophe.
 
 
Literatur:
  • Die grosse Wassersnot in Sachsen 1897, Sächsischer Volksschriftenverlag Leipzig, 1897
  • Hochwasserschutz in Sachsen, Materialien zur Wasserwirtschaft 2/1996, Freistaat Sachsen, Staatsministerium für Umwelt und Landesentwicklung
  • Bericht der unabhängigen Kommission der Sächsischen Staatsregierung Flutkatastrophe 2002 (Kirchbachbericht)
 
 
 
letzte Aktualisierung: 25.12.2002
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