Spendenausschuß
 
Die Betroffenen der Flutkatastrophe brauchen Geld - wo bleiben die Spenden?
 
Nicht ganz vier Wochen nach der Flut hat sich am 11. September 2002 der Spendenausschuss für die Hochwassergeschädigten in der Gemeinde Müglitztal gegründet. Moderiert wurde diese erste Versammlung von einem Dresdener Unternehmensberater, der zusammen mit anderen kostenlos ein Modell zur gerechten Verteilung der Spenden entwickelt hat. Ziel dieses Modells ist es, den betroffenen Bürgern nach bestem Wissen und Gewissen schnell zu helfen. Es sieht vor, dass die verschiedenen Spendentöpfe [öffentlich/überregional gesammelte Spenden (wie von der Diakonie, des DRK usw.), Spenden an die Kirchgemeinden Burkhardswalde-Weesenstein und Maxen, das Spendenkonto der Gemeinde Müglitztal, punktuelle Geldspenden und der geldwerte Vorteil von Sachspenden (neuwertigen Geräten, Autos usw.)] gemeinsam betrachtet werden.
 
Bereits eine Woche nach der Flut wurden Erfassungsbögen zur gerechten Verteilung der Spendengelder entworfen und an die einzelnen Haushalte verteilt. Insgesamt sind in unserer Gemeinde über 200 Haushalte betroffen, davon 113 sehr schwer. Es gibt Leute, die haben eine ausreichende Versicherung, Leute mit einer Teilversicherung und Leute ohne Versicherung. Es wird anhand eines Fragebogens ermittelt, wie hoch der Schaden insgesamt ist und was durch Versicherungen oder sonstige Dritte bereits abgedeckt ist. Dann wird ausgezahlt nach einem aus den vorliegenden Zahlen berechneten Verteilungsschlüssel. Ein Prozentsatz an die privaten Haushalte, ein Prozentsatz an öffentliche Einrichtungen, ein Prozentsatz für die Infrastruktur. Das Modell ist so aufgebaut, dass zweckgebundene Spenden für den angegebenen Zweck ausgegeben werden und dass das Geld der Kirchenspendenkonten zu nahezu hundert Prozent (der Verwaltungsaufwand ist sehr hoch und kann nicht aus dem normalen Kirchenhaushalt bezahlt werden) an die Menschen ausgezahlt wird, und zwar ohne Rücksicht auf Kirchenzugehörigkeit.
 
Geprüft wird das alles von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer und einem Steuerberater. Dem Spendenausschuss gehören je zwei Vertreter der Kirchgemeinden (Pfarrer bzw. Pfarrerin und je ein Kirchenvorstandsmitglied) an, der Bürgermeister und sein Stellvertreter, zwei Gemeinderatsmitglieder, zwei Bürger aus Mühlbach und zwei Bürger aus Weesenstein. Den Vorsitz hat der Pfarrer von Burkhardswalde und der Bürgermeister der Gemeinde Müglitztal ist sein Stellvertreter. Das Modell ist transparent und die Mitglieder des Spendenausschusses und alle Bürger und Bürgerinnen hoffen, dass das, was in den letzten Wochen an Miteinander und Solidarität gewachsen ist, nicht durch Streit ums Geld wieder zerstört wird.
 
Eine erste Abschlagszahlung wird noch in diesem Monat (September 2002) erfolgen. Das bringt Hoffnung, doch wird das Geld reichen?
Der aktuelle Stand der auf den drei Konten in der Gemeinde eingegangenen Geldspenden ist noch nicht vollständig, da insbesondere das Verbuchen auf dem Gemeindekonto im Rückstand ist.
 
 
 
 
letzte Aktualisierung: 24.09.2002
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