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| Meteorologische
Informationen |
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| Am 8. August lag das Tief Ilse bei den
britischen Inseln. Im Sommer ziehen normalerweise von dort die Tiefdruckgebiete
über Norddeutschland in Richtung Ostsee. Durch eine Kaltfront über
der Nordsee war aber die übliche Route versperrt, so daß das Tief
nach Süden über Frankreich zum Mittelmeer auswich. Hier über dem
Golf von Genua konnte es auf Grund der hohen Lufttemperaturen sehr viel Energie
und Wasser aufnehmen. Die Tiefdruckformation nahm dabei ungewöhlich
große Ausmaße an. |
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| Das Tief Ilse zog dann am über Österreich in Richtung
Tchechien und dem Osten Deutschlands. Im Bereich der Ostalpen kam es zu starken
Niederschlägen, die am 11.8.2002 zu Überschwemmungen in
Östereich, Tchechien und Bayern führten. |
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| Am Sonntag den 11. August gegen 12:45 Uhr gab die
Meteomedia AG, der
private Wetterdienst von Jörg Kachelmann, an Fernseh- und
Rundfunkstationen Warnungen mit Niederschlägen bis über 100 mm
für den Osten Deutschlands und insbesondere für das Erzgebirge
heraus. |
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| Obwohl die Abendnachrichten am Sonntag von den Überschwemmungen in
Italien, Österreich, Tchechien und Bayern berichten, wartet der
Deutsche Wetterdienst (DWD)
noch bis 23:08 Uhr, um eine Warnung für Sachsen über örtlich
ergiebige Niederschläge bis 80 mm herauszugeben. Die starken
Niederschläge über Tchechien, die dem DWD bekannt waren, führten
wohl zur Annahme, daß sich das Tief Ilse über Tchechien abregnen und
es so schlimm wohl nicht wird. |
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| Zu diesem Zeitpunkt werden die offiziellen Wetterwarnungen des DWD von den
Medien nicht aufgegriffen. Vorbeugende Maßnahmen werden durch die
Landräte und Gemeinden der beiden Osterzgebirgskreise nicht
ausgelöst. Im Gebiet der Gemeinde Müglitztal hatte es am Sonntag den
11. August gegen 18:30 Uhr begonnen leicht zu regnen. Am nächsten Morgen
ist dieser in einen kräftigen Landregen übergegangen. Die Menschen
gehen normal auf Arbeit, ohne etwas von der bevorstehenden Katastrophe zu
ahnen. |
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Am Südrand des Erzgebirges mußten die
warmen Luftmassen steil aufsteigen. Hinzu kam, daß selbst über dem
Erzgebirge relativ kalte Luftmassen lagen, auf die sich die Warmfront des
Tiefdruckgebietes aufschob. Die Luft innerhalb der Warmfront kühlte sich
sehr rasch ab. Das daraus kondensierende Wasser kam als Starkregen nieder. Auf
Grund der Größe der Tiefdruckfont wurden weite Flächen von
diesem Starkregen erfaßt, wobei sich der Schwerpunkt nur langsam nach
Nordosten verlagerte und es mehr als 36 Stunden regnete.
Nebenstehender Film stammen vom Niederschlagsradar vom Abend des 11. bis 12.
August 2002. Je dunkler die blaue Färbung, um so höher ist die
Niederschlagsmenge. Besonders Tchechien und Sachsen sind davon betroffen |
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| Frei zugängliche, detailierte Daten von der Wetterstation des DWD in
Zinnwald für den Zeitraum 11. bis 15. August sind im Internet nicht zu
finden. Überall konnte man von den 312 mm in Zinnwald innerhalb von 24
Stunden lesen. Aus dem nun vorliegenden
Kurzbericht der Landeszentrale für Hochwasserschutz
für die Flut 2002 sind folgende Grafiken entnommen. |
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| Bessere Kurve sind dagegen von Hobbymeteologen zu bekommen, die mit
Zeitauflösungen von 15 Minuten arbeiten. Als Beispiel soll hier die Werte
der
Station von Großerkmannsdorf bei Radeberg dienen.
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| Die Meteomedia AG (Kachelmann) sandte uns in Form einer Excel-Datei die
stündlichen Niederschlagswerte der Wetterstationen von Altenberg, Bad
Gottleuba, Dippoldiswalde, Hartha und Dresden für den Zeitraum vom 11. bis
15. August 2002 zu. Durch Stromausfälle sind diese Meßdaten nicht
vollständig. Sie bestätigen ebenfalls die hohen Niederschlagswerte
nicht nur im Bereich der Erzgebirgskammes. |
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| Innerhalb von 60 Stunden sind im gesamten Einzugsbegiet der Müglitz
und der Weißeritz offensitlich Niederschläge zwischen 250 mm/m²
und 350 mm/m², in den Quellgebieten im oberen Erzgebirge bis über 400
mm/m² gefallen. Oberhalb von Weesenstein sind bei einem Einzugsgebiet von
ca. 180 km² und einem angenommenen mittleren Wert von 300 mm/m²
insgesamt etwa 54.000.000 m³ Wasser heruntergekommen. Mehr als 90 % dieser
Wassermenge floß innerhalb von wenigen Tagen über die Müglitz
in die Elbe. Die Spitzenwerte der Abflußmengen erreichten Werte um 390
m³/s. |
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| Diese Wassermenge kann nicht von einem einzigen Rückhaltebecken
aufgehalten werden. An der Müglitz muß ein komplexes System von
kleinen und großen Rückhaltebecken entstehen, das durch weitere
Maßnahmen wie Waldaufforstung im Kammgebiet, das Schaffen von
Flutungsflächen und Hochwasserschutzbauten in den Ortslagen ergänzt
wird. |
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| Die dramatischen Folgen des Tiefdruckgebiets Ilse haben fast alle
Fachleute unterschätzt. Dabei gilt die so genannte Vb-Wetterlage, bei der ein Atlantik-Tief über
dem Golf von Genua Energie tankt und dann nach Norden driftet, als Klassiker
der Meteorologie. Auch frühere Flutkatstrophen zur Sommerszeit waren auf
solche weit gereisten Wassermassen zurückzuführen. So gesehen, war
die aktuelle Naturkatastrophe oder das Oderhochwasser im August 1997 kein
Beweis für den Treibhauseffekt. |
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| Auch der Begriff Jahrhundertflut ist irreführend, da er dem
Menschen vorgaukle, derlei Katastrophen würden sich nur alle 100 Jahre
wiederholen. Tatsächlich kann schon im nächsten Jahr wieder eine
Vb-Wetterlage im Sommer entstehen, die zu vergleichbaren Überschwemmung
oder gar Schlimmerem führen kann. |
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| In Bärenfels, direkt im Weißeritztal, wird seit einigen Monaten
von Herrn Schlauderer eine
Hobbywetterstation betrieben. Der Regenmesser wurde leider erst nach der
Flutkatastrophe in Betrieb genommen. Hier können sofort die
Niederschlagswerte der letzten 24 Stunden eingesehen werden. |
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| Diese Daten und Informationen wurden aus verschiedenen Quellen im Internet
zusammengetragen. |
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letzte Aktualisierung: 2.1.2003
email: Webmaster@Mueglitztal-Flut.de |