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| Sächsische Zeitung (Lokales Kamenz ), 02.09.02 Wo die Natur einfach nicht nachgibt Erneut Arbeitseinsatz auch von Schülern, diesmal im gebeutelten Dohna / Ein Teilnehmer-Bericht Anna Appenheimer Am Freitag trafen erneut mehr als 120 Freiwillige am Kamenzer Landratsamt ein darunter wir von der Oberstufe des Lessinggymnasiums Kamenz. Nach 9 Uhr standen wir dann alle auf dem Dohnaer Marktplatz und warteten auf nähere Anweisungen. Anfangs ging es mehr oder weniger chaotisch zu. Einige gerieten fast in Panik, da sie vergessen hatten, sich vor dem Einsteigen in den Bus, Handschuhe und einen kleinen Verpflegungsbeutel zu nehmen, andere hatten trotz vorheriger Sicherheitshinweise keine Gummistiefel, es mangelte an Eimern und Schubkarren und insgesamt fiel erst beim Ausladen der Schaufeln und Besen auf, dass zu wenige mitgenommen wurden. Schließlich doch fast vollständig ausgerüstet, galt es dann sich ein ganzes Stück bergab an einer provisorischen Meldestelle einzufinden. Ein Großteil der Kamenzer wurde mit Bussen in den Nachbarort Krebs gefahren. Dieses Dorf war nach dem Hochwasser vor zwei Wochen zu einem großen Teil wieder hergestellt, doch der am Donnerstagabend wieder einsetzende starke Regenschauer ruinierte innerhalb einer halben Stunde die Aufräumarbeiten mehrerer Tage. Die Natur will nicht nachgeben. So halfen wir den Anwohnern erneut, ihre Keller auszuräumen, andere befreiten Gärten und Wege vom Schlamm oder erledigten andere Säuberungsarbeiten. Eine Gruppe von sieben Gymnasiasten hatte eine besonders nette "Gastfamilie". Um ihre Dankbarkeit zu zeigen, stellten sie Getränke zur Verfügung und fragten öfters nach, ob noch etwas gebraucht wird. Die Schüler stellten die Hofeinfahrt wieder her, sowie die Abflussrinne, die parallel zur Straße vermutet wurde und nach einiger Zeit sogar sichtbar wurde. Mit Hilfe der Feuerwehr wurde die intensive Reinigung der Straße und der Rinne realisiert. Nudelsuppe und Pflaumen sorgten zwischendurch für die nötige Stärkung, aber neue Aufgaben ließen nicht lange auf sich warten. Wir wurden in Dohna auf eine Brücke aufmerksam gemacht, die die beiden Ufer der nun wieder etwas weniger Wasser führenden Müglitz verbindet. Die Brücke war noch ganz stabil, aber das etwa 50 Meter entfernte nagelneue Haus mit Swimmingpool, war bis auf das Dach nur noch zur Hälfte vorhanden. Schließlich holte man uns zur freien Kfz-Werkstatt der Familie Thomas. Die halbe Werkstatt hatte ihren Halt durch die Müglitz verloren und sah so aus, als würde sie von Minute zu Minute immer weiter hineinrutschen. Unsere Aufgabe bestand darin, unter einem über einen Meter hohen Haufen Sand und mehreren Latten, Schuhen, Stöcken, Getränkekisten und allem möglichen Müll den ursprünglichen Garten wieder freizulegen. Überall klebten Flaschenetiketten die wir beseitigten und füllten einen großen Container bis zum Rand mit Dingen, die nicht in den Garten gehörten. Andere aus der Gruppe trugen den Sandhügel ab und füllten mit über 100 Schubkarren durch das Hochwasser entstandene Löcher auf. Die meisten Dohnaer waren froh, dass sie Unterstützung bekamen, da die Zahl der Helfer von Tag zu Tag abnimmt. Aber es heißt doch nicht umsonst: "Viele Hände schaffen ein schnelles Ende!"
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