| Sächsische Zeitung (Lokales Pirna ), 30.08.02 Wir brauchen jetzt keine aufgeheizte Stimmung Dohna auf dem Weg ins normale Leben / Bürger fordern: Schluss mit den Schuldzuweisungen Hannelore Angermann Zu einer außerordentlichen Sitzung kam am Mittwochabend der Dohnaer Stadtrat zusammen. Einziger Tagesordnungspunkt: Die Katastrophenbewältigung nach dem Müglitzhochwasser und die damit laut gewordenen Kritiken an Bürgermeister Friedhelm Putzke (Freie Wähler). Diese führten am 21. August zu seiner Absetzung als Leiter des Krisenstabes durch den Landrat. Etwa 80 Dohnaer nahmen an der weitestgehend sachlich geführten öffentlichen Sitzung teil. Der Ratschef gab zu Beginn einen Lagebericht und schilderte die schwierige Situation in den ersten Stunden und Tagen der Flut. Man sei ohne ausreichende Vorwarnung von ihr überrollt worden. Dies habe anfangs zu damatischen Szenen geführt. "Aber wir versuchten, trotz vergeblicher Hilferufe an den Kreis, Herr der Lage zu werden", so Putzke. "Dass mir in den panischen Stunden auch Fehler unterlaufen sind, bestreite ich nicht", räumte Putzke ein. So hat er in dieser Situation die schnelle Vorort-Hilfe, nicht aber die Bildung eines Krisenstabes und die Einberufung des Rates für vordringlich gehalten. Das stieß jedoch auf Kritik, u.a. der Stadträte Cornelius Neumann und Doris Schubert (beide CDU). Einige anwesende Dohnaer Einwohner verurteilten hingegen die Absetzung Putzkes als Krisenstabschef. "Die Art und Weise war unter der Gürtellinie", urteilten Feuerwehrchef Eckhard Kahlert und Saunabetreiber Dieter Förster. Ralf Müller als eingesetzter Stabschef wurde aufgefordert, mit dem Bürgermeister im Interesse der Stadt zusammenzuarbeiten. "Wir brauchen jetzt alles andere als eine aufgeheizte Stimmung", traf Ratsmitglied Lothar Göpfert (PDS) den Nagel auf den Kopf. Johann Schilling (Freie Wähler) schlug vor, der Landrat solle nach Dohna kommen und das in der Öffentlichkeit entstandene Bild gerade rücken. Im Verlauf der Sitzung berichete Ralf Müller über den Fortgang der Aufräumarbeiten unter Regie des Stabes. Zwanzig Häuser sind so beschädigt, dass sie abrissreif sind. In einem Fall ist das bereits ohne Einverständnis der Eigentümerin geschehen. Müller wollte dazu nichts sagen, da hierzu noch eine Dienstaufsichtsbeschwerde läuft. Derzeit wird Am Plan ein provisorischer Kindergarten aus Containern errichtet. Drei zerstörte Brücken sind bereits wieder nutzbar. Der provisorische Ausbau der Müglitztalstraße wird vorübergehend noch zu Sperrungen führen. Dabei sollte an einen Fußweg, auch zum Schutz der Schulkinder, gedacht werden, forderte eine Bürgerin.
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