Sächsische Zeitung (Lokales Dippoldiswalde ), 27.01.2003

Flutfolgen

Städte und Gemeinden haben ihre Aufbaupläne

Industriestandort Glashütte liefert die Hälfte aller Exporte aus dem Weißeritzkreis

Nach Glashütte kam am Sonnabend Sachsens Innenminister Horst Rasch persönlich, um den Wiederaufbauplan für die Hochwasserschäden zu übergeben. Jetzt haben alle Kommunen im Weißeritzkreis bestätigt, welche Hochwasserschäden anerkannt sind. Damit sind automatisch die Fördermittel für den Wiederaufbau bewilligt.

Franz Herz

Karl-Heinz Berthold, der im Regierungspräsidium Dresden für Schulen, Sport und Kultur zuständig ist, sowie Horst Rasch kamen ins Müglitztal, um den letzten bestätigten Maßnahmenplan an eine Stadt im Weißeritzkreis zu übergeben. 76 Einzelvorhaben enthält er. Die Hälfte davon ist schon abgearbeitet, wie Bürgermeister Frank Reichel informierte. Insgesamt sind damit Aufbauvorhaben von 10,6 Millionen Euro bestätigt. Ein Anteil von 4,5 Millionen entfällt auf den schwer betroffenen Ortsteil Schlottwitz, sagte Reichel.

Rasch sagte: "Unsere Hoffnung liegt ein Stück auf Glashütte." Er hatte sich statistische Zahlen zuarbeiten lassen. Die Uhrenstadt im Müglitztal hat rund ein Zwanzigstel der Einwohner des Weißeritzkreises, ihr Anteil an der gewerblichen Wirtschaft des Kreises macht ein Fünftel aus, und von den Exporterlösen des Landkreises kommt rund die Hälfte aus Glashütte.

Reichel erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass schnell ein Hochwasserschutzkonzept für das Müglitztal aufgestellt werden muss. Gerade die Betriebe benötigen Sicherheit, damit für sie die Standorte in Glashütte und in Schlottwitz attraktiv bleiben.

Das Gespräch mit dem Bürgermeister drehte sich noch um die Frage, wie im Katastrophenfall die Bevölkerung informiert werden kann. Rasch muss sich als Innenminister auch um andere Gefahren kümmern. Er erinnerte an die Möglichkeit einer terroristischen Bedrohung. Zum Thema Sirenen sagte er: "Uns ist sehr deutlich, dass man ein Alarmsystem dieser Art braucht." Er sprach auch andere Möglichkeiten an, die allerdings nicht mehr von den Bundesländern oder den Kommunen getragen werden können, sondern vom Bund, wie Informationen über das Radio oder über Handys. SMS mit Alarmmeldungen an alle Geräte könnten den Großteil der Menschen erreichen.

Sachsens Innenminister Horst Rasch (li.) trägt sich ins goldene Buch der Stadt Glashütte ein, das ihm Bürgermeister Frank Reichel vorlegte.Foto: J. Schreiber