| Sächsische Zeitung (Lokales Pirna ), 21.01.03 Täglich viel Mut und Arbeit bis zum Umfallen 4,2 Millionen Euro Aufbauhilfe nach der Flut für Gemeinde Müglitztal Der sächsische Innenminister Horst Rasch (CDU) überreichte gestern der Gemeinde Müglitztal die bestätigten Fördermittelanträge für die Beseitigung der Flutschäden in diesem Gebiet: 4,2 Millionen Euro für 29 Einzelmaßnahmen. Damit hat auch diese Gemeinde Planungssicherheit. Von Gabriele Schrul Kaum eine andere Gemeinde in Sachsen erlangte durch die Augustflut einen so traurigen Bekanntheitsgrad wie Weesenstein. Die Bewohner haben sich dieses Schicksal nicht ausgesucht. Am allerwenigsten diejenigen, die plötzlich vor dem Nichts standen. Fünf Monate sind seither vergangen. Dank übermenschlicher Kraftakte der Müglitztaler und tausendfacher solidarischer Hilfe aus dem gesamten Land sind inzwischen viele Wunden geheilt. Doch es bleibt viel zu tun - sehr viel. Vor allem im einstigen Herzen von Weesenstein, genau da, wo nach der Flut jetzt eine riesige Lücke klafft. Im Hochwasserschutz sollen sich die Fehler nicht wiederholen. Die Wasserbauer haben in den zurückliegenden Monaten eine Mammut-Aufgabe bewältigt. Inzwischen listet eine Datenbank die Schäden vom August auf, auch die von Mühlbach und Weesenstein. Doch der Flusslauf ist das eine, die Standorte für neue Häuser das andere. Und die Weesensteiner, vor allem diejenigen, die durch das Wasser alles verloren, haben damit Fragen über Fragen. Zurück ins Tal wollen die meisten. Aber geht das überhaupt? Kann jemals wieder da gebaut werden, wo einst Häuser standen? Die Zeit drängt. Doch vor überstürztem Handeln warnt Bürgermeister Jörg Glöckner (CDU) nach wie vor. "4,2 Millionen Euro sind viel Geld. Es muss so eingesetzt werden, dass es nicht wieder sinnlos zum Opfer fällt." Zugleich wird streng kontrolliert. Immerhin haben alle Bundesländer für die Flutaufbauhilfe zusammengelegt. Zu den größten Projekten zählen der Neubau des Feuerwehrgerätehauses (400 000 Euro), die Wiedererrichtung der Brücke an der Altenberger Straße (295 000 Euro) und die Sanierung der Gemeindeverwaltung (227 250 Euro). Bei allem aber ist das Abwarten eine schwierige Situation. "Wir haben bewusst gebremst. Denn erst muss feststehen, was es heißt, hier in Weesenstein wieder sicher leben zu können." Die Arbeit an der Infrastruktur und an den Wohngebäuden haben Vorrang. Vieles ist geworden: die Straße, die Leitungen im Erdreich, die Beleuchtung. Doch bis zur Stunde vermag keiner zu sagen, wie das künftige Weesenstein aussehen kann. Um diese Frage zu beantworten wurden zig Fachleute in die Spur geschickt. Bei allem liegt die Planungshoheit bei der Gemeinde. Ihre Arbeit hat endlich auch wieder ein Stück Normalität erlangt, denn der Bürgermeister und seine Mannschaft sind aus dem bisherigen Gemeindeamt in Container umgezogen.
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