Sächsische Zeitung (Lokales Pirna ), 18.01.2003

Da sein: Fluthelfer und Seelsorger auf Zeit

Rudolf Schott wohnt und wirkt in Dohna

Gabriele Schrul

Rudolf Schott ist ein Dohnaer auf Zeit. Der junge Mann vom Bund Freier evangelischer Gemeinden wurde speziell für das Projekt Fluthilfe von Witten an der Ruhr nach Dohna an der Müglitz geschickt. Er will helfen, wo er kann, vor allem praktische Unterstützung anbieten. Denn vielen von der Müglitzflut Betroffenen wird jetzt erst das gesamte Ausmaß der Zerstörung bewusst. Dies und der oft gebremste Wiederaufbau durch Nässe in den Häusern und das Warten auf finanzielle Unterstützung erzeugen bei vielen Resignation, Mutlosigkeit und Erschöpfung.

Ein Trupp Freiwilliger kommt im Frühjahr

"Dank vieler Spender haben auch wir eine größere Summe für Flutopfer erhalten. Deshalb bildeten wir eine Kommission, die für die Verteilung der Flutgelder verantwortlich ist. Hier wurde auch der Beschluss gefasst, einen Fluthelfer vor Ort zu schicken", teilt Koordinator Karl Gerhard Köser mit.

Und genau das ist Rudolf Schott. Er bietet aus christlicher Überzeugung nun speziell den Dohnaern praktische, finanzielle und geistliche Hilfe an. Was dem ehemaligen Bibelschüler schon nach kurzer Zeit auffiel, war die Entschlossenheit, mit der die Dohnaer ihrem Schicksal begegnen. "Da spüre ich vor allem auch Trotz, der ausdrückt: Wir wollen es schaffen."

Gut tun die Momente des Innehaltens

Damit seine Mission schnell an die Leute kommt, suchte er natürlich zuerst die Kontakte zum Rathaus und zur Kirchgemeinde. Hier erfährt er, wo Unterstützung am nötigsten ist. Er weiß aber auch schon aus Gesprächen und dem persönlich Erlebten, wo Not am Mann ist. "Insbesondere will ich den Betroffenen auch die Möglichkeit des Gesprächs und der Seelsorge anbieten", betont er. Denn das Erlebte will verarbeitet sein. Da tun Momente des Innehaltens gut. Und er erfährt, wo vor allem auch Spendengelder dringend gebraucht werden.

Doch nicht nur seelischer und finanzieller Beistand stehen auf dem Zeitplan des jungen Mannes, der zunächst bis Anfang November in Dohna tätig sein soll. Im Frühjahr kommt ein Trupp Freiwilliger nach Dohna. Statt in den Urlaub zu fahren, wollen sie im Müglitztal lieber mit zupacken. Denn längst sind nicht alle Spuren, die die Fluten hinterlassen haben, verschwunden.

Kontakt: Rudolf Schott, Dohna, Martin-Luther-Straße 1, 03529/53 55 33, Handy: 0171/788 13 16 oder E-Mail: r.schott@t-online.de