Protokoll der 3. Versammlung
Zukunft Müglitztal
am 4. Februar 2003 auf Schloss Weesenstein
 
Auf dem Podium:
Klaus Brähmig als Versammlungsleiter, Dr. Neumann von der Firma ARCADIS, Herr Glasebach, Leiter der Landestalsperrenverwaltung (LTV)
 
Themen:.
  1. Umwelt- und Hochwasserschutzmaßnahmen
  2. Allgemeine Infrastruktur, Verkehr und Tourismus
 
 
Begrüßung durch Herrn Brähmig:
Seit der zweiten Versammlung sind 4 Monate vergangen. Es hat sich in der Zwischenzeit eine sehr gute, abgestimmte Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Planungsträgern herausgebildet.
Im Bereich des Tourismus findet Ende Februar eine Zusammenkunft mit mit den vorhandenen Institutionen des gesamten Müglitztales (Fremdenverkehrsgemeinschaft "Östliches Osterzgebirge", Tourismusverband Sächsische Schweiz, Verein Region aktiv e.V. für Kultur, Landschaftspflege, ...) statt.
 
Herr Glasebach, Leiter der Landestalsperrenverwaltung (LTV):
  • Es erfolgt eine aktive Zusammenarbeit der zuständigen Planungsbüros der LTV, Straßenbau und der Bundesbahn.
  • Für das gesamte Müglitztal werden die Sätze für die Bemessungshochwässer von 5-, 10-, 20-, 50- und 100-jährigen Hochwasser neu berechnet und daraus der Gefährungsgrad bestimmt.
  • Die Weißeritz und die Müglitz sollen zu einem naturnahem Gewässer zurückgebaut werden. Mit Unterstützung aus der Schweiz erhält das Rote Wasser bei Geising einen Gebirgsausbau.
  • Überflutungsflächen zwischen den Ortschaften im Müglitztal werden erhalten und auch noch weiter ausgebaut. Wo möglich werden Uferbefestigungen durch Felsblöcke gesichert, um dem Wasser die Kraft zu nehmen.
  • Es werden im Einzugsgebiet der Müglitz die Realisierung von mehreren Rückhaltebecken geprüft (4 ... 5). Der Damm des im Bau befindlichen Rückhaltebeckens Lauenstein wird um 8,5 m erhöht. Dadurch verdoppelt sich die Aufnahmekapazität dieses Rückhaltebeckens auf 4,9 Mill. Kubikmeter
 
Dr. Neumann, Ingenieurbüro ARCADIS:
ARCADIS hat die Gesamtprojektsteuerung für die Behebung der Schäden entlang aller Gewässer im Bereich der Landestalsperrenverwaltung übernommen:
  • Die Gewässervermessung wurde für das gesamte Müglitztal mittels Luftbildaufnahmetechniken im Dezember abgeschlossen. Nachmessungen im Gelände sind erfolgt.
  • Die Abflußmengen vom 12./13. August 2002 des gesamten Einzugsgebietes der Müglitz werden mittels neuester Methoden bestimmt. Der Auftrag wurde am 19.12.2002 ausgelöst. Erste Ergebnise lagen am 4.1.2003 vor. Mit diesem Abflußmodell werden die Bemessungshochwässer berechnet.
  • Die Planung der Hochwasserschutzkonzepte liegt bis zum 31.3.2003 vor. Die Planungsbüros sind z. Zeit im Plan. Die daraus resultierenden Planungsdaten liegen Anfang April den Gemeinden vor. Diese sollen den Schutz für ein 100-jähriges Hochwasser garantieren.
  • In den letzten 3 Monaten wurden Leistungen für 23 Mill. Euro erbracht (ca. 7 Mill./Monat). Das geht 2003 weiter so.
 
Herr Glöckner, Bürgermeister:
  • Am 27. Februar um 19 Uhr findet auf dem Schloss Weesenstein eine Gemeindeversammlung statt.
  • Am 20.1.2003 erfolgte vom Regierungspräsidium Dresden die Zusage für die Aufbauhilfe der durch die Flut beschädigten kommunalen Infrastruktur in einer Höhe von 4,2 Mill. Euro. Die nötigen Eigenleistungen der Gemeinde liegen je nach Maßnahme zwischen 10 % und 0 % (Straßen, Kanalisation).
  • Die Umsetzung der meisten Maßnahmen hängt vom Hochwasserschutzkonzept ab, das, wie Herr Neumann versicherte, bis zum 31.3.2003 vorliegen soll!
  • Der Wiederaufbau in Weesenstein soll einen höherwertigen Hochwasserschutz und Qualität ermöglichen. Wie das mal aussehen wird, kann heute keiner sagen. Zur Zeit werden die verschiedensten Ideen und Vorschläge erarbeitet und diskutiert. Auch zu diesem Thema wird auf der Gemeindeversammlung einiges vorgestellt.
 
Die Anfrage: Baufreigabe in Weesenstein ab Sommer oder schon eher?
beantwortete Herr Glasebach (LTV) mit den Hinweis, daß für die Böschungen und die Niveaus in den Ortslagen die Planungsdaten in den Gemeinden ab April 2003 vorliegen.
 
Anfrage: Wie sieht zur Zeit das Hochwasserwarnsystem für das Müglitztal aus?
beantwortete der Leiter der Landeshochwasserzentrale des Freistaaten Sachsen Herr Höhne wie folgt:
  • Die Struktur des Hochwasserwarnsystems mit seinen vielen Ebenen und Zwischenstationen wird vereinfacht und zentralisiert.
  • Die Meßwerte sollen direkt bei der Landeszentrale einlaufen und die Landkreise werden direkt informiert.
  • Die Genauigkeit der Vorhersagen für die jeweilige Region soll erheblich verbessert werden.
  • Die Zentralisierung in Dresden-Klotzsche erfolgt bis 4/2003, die Neuformierung wird bis 3/2004 abgeschlossen.
  • Neben der Informationspflicht will die Landeszentrale auch die Informationsmöglichkeiten ausbauen (Internet, SMS, Rundfunk)

Die Forderung aus der Publikum, die Gemeinden direkt zu informieren, sei eine Variante, die diskutiert wird, aber noch nicht bestätigt ist.
 
Herr Amman TU Dresden:
Von Studenten der TU Dresden werden Planungen zum Wiederaufbau von Weesenstein durch entsprechende Konzepte unterstützt. Neben der Ortkerngestaltung betrifft das auch den Radweg im Müglitztal.
Herr Glasebach, LTV: Diese Arbeiten sollten in der Gemeinde repräsentativ vorgestellt und ausgelegt werden.
 
Herr Seidel, Maxen:
Sind die Straßen und Wanderwege aus dem Müglitztal hinaus auf die Höhen mit im Maßnahmeplan zum Wiederaufbau der kommunalen Infrastruktur enthalten?
Bürgermeister Herr Glöckner: Auch die Wanderwege und Feldwege von den Höhen ins Tal werden instant gesetzt. Denn diese waren nach der Flut oftmals die einzigen Zugänge zu den Betroffenen im Müglitztal.
 
Herr Oehle, Burkharswalde:
Wie sieht die Terminisierung für 2003 aus?
Bürgermeister Herr Glöckner: Das ist zur Zeit nicht möglich. Viele Entscheidungen hängen vom konkreten Hochwasserschutzkonzept ab, daß bis zum 31.3.2003 vorliegen soll. Erste Vorstelleungen werden zur Einwohnerversammlung am 27. Februar dargestellt.
 
Herr Betrthold, Burkharswalde:
Können in der Gemeinde die Sirenen zur Warnung vor Hochwasser verwendet werden?
Bürgermeister Herr Glöckner: Die Sirenen in der Gemeinde sind funktionsfähig und werden z.Z. nur zur Alarmierung der Feuerwehr genutzt. Ein weiteres Signal ist aufschaltbar. Da das Signal von der Zentrale des Landkreises ausgelöst wird, liegt der Handlungsbedarf beim Landkreis. Er bittet Herrn Brähmig, die Gemeinde bei dieser Thematik zu unterstützen und eine einheitliche Regelung im Landkreis zu realisieren.
 
Frau Böhme, Mühlbach:
Wie sehen die Planungen und Termine beim Aufbau der Stützmauern und Böschungen innerhalb der Ortslagen aus?
Kurzzeitig gab es Irritierungen bei den Anwesenden, wegen der Notwendigkeit der Meldung von Schäden an den Böschungen. Das entfällt bei Gewässern 1. Ordnung, da die LTV in Eigenregie dies realisiert hat. Die Termine kommen noch.
 
 
Herr Brähmig bedankt sich bei allen Mitwirkenden und Mitstreitenden. Eine weitere Versammlung in diesem Rahmen sei zur Zeit nicht geplant. Er verweist auf die Gemeindeversammlung am 27. Februar 2003. Die Problematik des Tourismus wird zukünftig in anderem Rahmen behandelt.
 
 
 
letzte Aktualisierung: 16.02.2003
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