Protokoll der II. Versammlung
Zukunft Müglitztal
am 1. Oktober 2002 auf Schloss Weesenstein
 
Auf dem Podium:
Klaus Brähmig als Versammlungsleiter, Dr. Neumann von der Firma ARCADIS, Herr Walther von der Landestalsperrenverwaltung (LTV), Frau Walz von der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt
 
Themen:.
  1. Umwelt- und Hochwasserschutzmaßnahmen
  2. Allgemeine Infrastruktur, Verkehr und Tourismus
  3. Kreisübergreifende Vermarktung und Tourismus des Müglitztals von der Quelle bis zur Mündung
 
 
Begrüßung durch Herrn Brähmig:
"Wir können die Natur nur dadurch beherrschen, indem wir uns ihren Gesetzen unterwerfen." Mit diesem Zitat von Francis Bacon begrüßte Herr Brähmig alle Anwesenden und bedankte sich bei Herrn Bärnighausen, Schloss Weesenstein, für die freundliche Bereitstellung der Räumlichkeiten. Seit der letzten Versammlung seien viele positive Initiativen angelaufen, vieles geschehe auch unkoordiniert. Besonders erfreulich sei, dass die Deutsche Bundesstiftung für Umwelt 100.000 Euro für Schloss Weesenstein und den Park bereitstellen wird.
Die Beseitigung der Schäden im Müglitztal und der Wiederaufbau sollten gut dokumentiert werden. Dazu gehören eine gute Zusammenarbeit und ein klarer Zeitplan aller Beteiligten. Eine erstmalige kreisübergreifende Bürgermeisterkonferenz aller Bürgermeister von Altenberg bis Heidenau habe inzwischen stattgefunden. Im Bereich des Tourismus sollte einvernehmlich eine Zusammenarbeit mit den vorhandenen Institutionen (Fremdenverkehrsgemeinschaft "Östliches Osterzgebirge", Tourismusverband Sächsische Schweiz, Verein Region aktiv e.V. für Kultur, Landschaftspflege, Schaffung von Arbeitsplätzen) angestrebt werden.
 
Herr Walther, Landestalsperrenverwaltung (LTV):
Die erste Etappe, die Freimachung der Gewässer, ist durch die Bundeswehr, das THW und viele freiwillige Hilfskräfte in Angriff genommen worden. Für die zweite Etappe, die Wiederinstandsetzung und Unterhaltung der Gewässer I. und II. Ordnung (Nebenflüsse), hat die LTV eine Organisation aufgebaut, die die Gleichbehandlung aller Gewässer gewährleistet. Ein Teil der Aufgaben wurde vor zweieinhalb Wochen an das sächsische Ingenieurbüro ARCADIS übergeben.
 
Dr. Neumann, Ingenieurbüro ARCADIS:
ARCADIS hat die Gesamtprojektsteuerung für die Behebung der Schäden entlang aller Gewässer im Bereich der Landestalsperrenverwaltung übernommen (z.Z. sind vierzig Ingenieurbüros im Einsatz). Die Kosten für die Vermessung belaufen sich derzeit auf eine Million Euro pro Tag! Wie wird gearbeitet?
- Dokumentation der Anzahl der Schäden
- Maßnahmen abwickeln je nach Priorität:
  1. Gewährleistung der Sicherheit von Leib und Leben
  2. Gewährleistung der Sicherheit der öffentlichen Ordnung (Verkehr)
  3. Gewährleistung der Sicherheit vor neuen Hochwassern
Ursache für die Schäden ist das Wasser (Hochwassermengen: 12.-14. 8. 2002: 470 l pro Quadratmeter). Das Wasser hat Geröll und Bäume mitgeführt. Dadurch wurde vieles zerstört, was sonst nicht zerstört worden wäre. Die Beräumung des Gewässerbettes wird in 14 Tagen erfolgen. Die Gewässer haben sich verändert - Vermessungen, die es gibt, sind nichts mehr wert. Die gesamten Gewässer müssen neu aufgemessen werden. Die genaue Vermessung soll im Dezember 2002 abgeschlossen sein. - Ziel ist es, den Ausbau der Gewässer planerisch so vorzubereiten, dass erreicht wird, dass man ein Rückhaltevermögen sicherstellen kann durch Speicher oder Auffangflächen oberhalb von Ortslagen, so dass nur noch das Wasser durch die Ortslagen gebracht werden muss, das nicht mehr rückhaltefähig ist.
 
Herr Bärnighausen zur Situation von Schloss Weesenstein:
Auf dem Schloss ist eine heile und im Park eine völlig kaputte Welt. Was zugänglich ist, wird präsentiert. Brauerei und Schlosscafé haben wieder geöffnet, die Schlossküche macht Anfang November wieder auf. Die Veranstaltungstätigkeit wurde wieder aufgenommen: Lesungen mit Rolf Hoppe, Hochzeiten finden statt, Vermietung der Säle. Die Werbung läuft im Verbund mit "Fünf ohne gleichen". Der Park bleibt bis auf weiteres gesperrt. Die Schäden belaufen sich auf insgesamt 2,5 Mio. Euro. Der Baumarkt Hornbach hat freundlicherweise 102 Linden gesponsert, die allerdings frühestens im nächsten Herbst gepflanzt werden können. Große Unterstützung kam dankenswerterweise auch von Herrn Brähmig und Herrn Hoppe.
 
Herr Brähmig bedankt sich bei Frau Dr. Gisela Niggemann-Simon, Herrn Uli Betsch und Herrn Helmut Berthold für ihren Dienst in der Sache. Der Deutsche Werkbund hat das Angebot gemacht, die Koordinierung aller Maßnahmen zu übernehmen und die Fäden aller einzelnen Arbeitsgruppen zusammenführen.
 
Herr Dr. Weirauch nimmt Stellung zu den Aussagen von Landrat Geisler während der letzten Versammlung, dass Häuser, die von der Flut weggerissen wurden, nicht wieder aufgebaut werden sollen, und zu den Aussagen von Herrn Walther zur geplanten Flutrinne durch den Park. Er präsentiert Luftaufnahmen von Weesenstein während der Flut und erörtert, wie der Flussverlauf um 1800 gewesen ist und welche Veränderungen durch den Straßenbau und die Bahn im Bereich des heutigen Gemeindeamtes und um den Bahnhof vorgenommen wurden. Die Aussage: "Alles was steht, ist sicher!" ist falsch. Er schlägt vor, dass der Park, mit einem Schutzwehr ausgerüstet, Wasser anstauen könnte. Es müsse mehr gemacht werden, um das Wasser vorher abzufangen. Die Flutrinne sollte nicht ausgebaut werden. Sie ist zu gefährlich. Das geplante Rückhaltebecken bei Lauenstein sei viel zu klein bemessen.
Frage: "Wie sieht zur Zeit das Hochwasserwarnsystem für das Müglitztal aus? Wer ist wann der Auslöser?"
 
Dr. Neumann betont, dass es einen absoluten Hochwasserschutz nicht geben kann. Für ein 100-jähriges Hochwasser könne kein Mensch Vorsorge treffen. "Wir wollen sicherstellen, was bisher an Infrastruktur geschaffen wurde und das in gleicher Form wiederherstellen, dazu sollen Schutzmaßnahmen für die Orte getroffen werden." Durch planerische Arbeit sei sicherzustellen, dass die Nutzung in der Weise wieder möglich werden kann, wie sie vorher mal gewesen ist. "Wir haben keine Berechtigung zu sagen: wir wollen jetzt Besiedlungsbereiche einfach mal als Auffangfläche ausweisen! Das ist kein Ansatz, nach dem wir arbeiten."
 
Herr Berthold dankt allen Einwohnern. Man kann und sollte wieder bauen. "Wir brauchen Mut. Wir gucken nach vorn. Weesenstein lebt und die Initiativen sollen weitergehen."
 
Frage: Gibt es ein Konzept für das Hochwasserbecken in Glashütte?
Herr Walther (LTV): "Die LTV ist zuständig für die Wiedererrichtung der Gewässer II. Ordnung. Die Wiedererrichtung des Rückhaltebeckens in Glashütte zählen wir dazu. Wir werden dem Bürgermeister bei der Reparatur helfen und ihn unterstützen, ganz unabhängig davon, wer das Becken in Zukunft betreibt. In Glashütte ist das einzige Becken, das in den letzten Jahren an die Kommune übergeben wurde, weil es nach dem Sächsischen Wassergesetz keine überörtliche Bedeutung hat. Meine persönliche Meinung dazu ist, dass das Sächsische Wassergesetz in dieser Hinsicht revidiert werden sollte."
 
Frage: Wird auch berechnet, was von links und rechts in die Müglitz fließt?
Herr Dr. Neumann: "Ja, die Gewässer werden inklusive Zuflüsse vermessen und es wird auch berücksichtigt, was sich alles in welchen Dimensionen verändert hat. Die neuen Ergebnisse zu den bisherigen Vermessungsmaßnahmen werden in der nächsten Versammlung vorgestellt."
 
Frage: Das geplante Becken bei Lauenstein ist bei einer Niederschlagsmenge von 100 Litern/Quadratmeter schon nicht mehr ausreichend. Wird es einen Überlauf haben?
Herr Walther (LTV): "Das Rückhaltebecken wird nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik gebaut. Es wird ein steuerbares Rückhaltebecken sein, hat aber keine Hangentlastung wie im Prießnitztal, sondern einen Schachtüberfall und einen Betontrichter, so dass das Hochwasser bei gefülltem Becken kontrolliert abgeführt werden kann durch Stollen am rechten Hang. Das Rückhaltebecken im Müglitztal ist für die Aufnahme eines 100-jährigen Hochwassers konzipiert. Es kann 2,5 Mio. Kubikmeter aufnehmen. So ist es geplant und konzipiert und so wird es nach dem jetzigen Stand errichtet."
Herr Dr. Weirauch: "Das sollte man ganz genau überdenken!"
Herr Dr. Neumann: "Das Rückhaltebecken im Müglitztal ist ein planfestgestelltes Vorhaben. Mit dem Bau wurde begonnen und es wird weitergebaut. Die Verpflichtung, den Hochwasserschutz zu gewährleisten, soll eingehalten werden. Die Dimensionierung des Hochwasserbeckens wird zur Zeit überprüft. Eventuelle Änderungen, die sich aus der Überprüfung ergeben, werden mit den Fachbehörden abgestimmt. Weitere Aussagen können dazu heute nicht gemacht werden. Mit dem Bau kann erst begonnen werden, wenn die Straße fertig ist, da sonst die große Menge an Material für den Damm nicht dorthin geschafft werden kann. Bisherige Konzepte sahen vor, das Material per Schiene dort hoch zu bringen. 2005 ist das Rückhaltebecken fertig. Das ist der schnellstmögliche Termin."
 
Frage: Können in Weesenstein die Flächen auf der rechten Flußseite eventuell als Bauland genutzt werden?
Herr Dr. Neumann: "Ich kenne jetzt ihre persönliche Situation nicht. Eins muss man aber ganz klar konstatieren: Es sind schon Fehler gemacht worden, wo man sicher mit ein bißchen planerischem Nachdenken dazu gekommen wäre, zu sagen: o.k., wir hätten es so lassen können. Aber das war der Zwiespalt: man wollte schnellstmöglich was machen. Zukünftig soll verhindert werden, das wir Sachen einfach zubauen, wo erst eine längerfristige Planung vonnöten ist. Aber in den letzten sieben Wochen sind Sachen passiert, wo man vielleicht doch besser mit der Entscheidung etwas gewartet hätte. Wir sind ja jetzt dran, ein Gesamtkonzept zu machen. Mal sehen, was draus wird."
 
Herr Maschke: "Die Vermessung der Müglitz kann doch nicht hinfällig sein? Topographie und Ökologie haben sich nicht verändert. Beim Gewässerausbau hätten vorsorglich Dinge berücksichtigt werden müssen, bei sämtlichen Brückenbauwerken der Straße und Bundesbahn ist das Wasser verbarrikadiert worden. Dadurch hat sich das Wasser neue Wege gesucht. Brücken sind standhaft geblieben und haben zu einem neuen Gewässerverlauf geführt. Rückschluss: mit diesem Hochwasser wird sich zumindest an den technischen Bauwerken nachhaltig kaum etwas ändern. Das sei festgestellt."
Herr Dr. Neumann: "Wir brauchen sichere Eingangsdaten für den Hochwasserschutz. Vielleicht gibt es noch Rückhalteräume, die man nutzen kann, doch die Grundstücke gehören alle jemandem ... Man hätte vielleicht zwei Jahre eher das Hochwasserbecken bauen können. Planungsaussagen zur Wiederbebauung können noch nicht gemacht werden."
 
Frage: Gibt es zu viel Grünland und damit zu wenig Aufnahmemöglichkeiten für Niederschläge?
Herr Dr. Neumann: "Die Wiederaufforstung ist angedacht. Sie verlangt sicherlich einen Spagat zwischen Hochwasserschutz, Landwirtschaft und Tourismus."
 
Frau Dr. Niggemann-Simon: "Die Natur ist unberechenbar. Ein Teil der Müglitz sollte in voller Breite mit Geröll als Naturmahnmal nach der Flut erhalten bleiben. Die Müglitz sollte uns Angst machen. Man sollte nicht alles wieder begradigen.
Fragen:
  • Während der Flut hatten viele Menschen Angst davor, dass die Galgenteiche brechen. Ist das möglich und welche Auswirkungen hätte das auf das Müglitztal?
  • Die Bäume haben viel Schaden angerichtet. Wer bestimmt in Zukunft, wie viele Bäume im Müglitztal stehen dürfen?
  • Wiederaufbau der Infrastruktur: Warum wird die neue Gasleitung in Weesenstein nur bis zum letzten Haus auf der Schulstraße verlegt, das noch stehen geblieben ist? Bei der letzten Versammlung wurde gesagt, dass die Medien nur provisorisch verlegt werden.
  • Ist der Rad-Wander-Weg (im Winter als Langlauf-Loipe) mit in der Planung? Das ist ein touristisches Superangebot für alle Zielgruppen, eine große Attraktion, durch die sicherlich auch neue Arbeitsplätze entstehen."
 
Herr Brähmig: Beim Neuanfang sollten neue Möglichkeiten genutzt werden. Es sollte eine Arbeitsgruppe Tourismus im Müglitztal entstehen. Jeder, der Interesse hat darin mitzuarbeiten, kann sich in eine entsprechende Liste eintragen und wird dann vom Tourismusverband Sächsische Schweiz zu einem Treffen eingeladen. Nächstes Jahr könnte ein Läufer-Marathon von Altenberg nach Heidenau oder Biker-Marathon von Heidenau nach Altenberg organisiert werden. - "Zur Gasversorgung habe ich kein Hintergrundwissen. Die Häuser, die noch da sind, haben Bestandsschutz." - Zum Schutz der Gewässer müsse ein Flusswart eingesetzt werden.
 
Herr Walther (LTV): Der Große Galgenteich, der vor Jahrhunderten gebaut wurde, ist in der Unterhaltung der LTV ebenso wie der in der Wendezeit errichtete Speicher Altenberg. Beide Stauanlagen wurden konzipiert für die Bewässerung der Bergwerke in Altenberg/Zinnwald. Diese Nutzung hat sich mit der Wende erledigt. Nutzung heute: Speicherung von Hochwasser, Aufbereitung für Trinkwasser. Der Galgenteich liegt auf der Wasserscheide der Roten Weißeritz. Der Galgenteich und der Speicher entwässern in die Rote Weißeritz. Die Speisung erfolgt durch die Kunstgräben rund um den Kahleberg, nämlich den Quergraben, der in Richtung Altenberg/Zinnwald liegt, und auf der anderen Seite durch den Neugraben, der auf der anderen Seite Richtung Rehefeld liegt. Das sind die Zuläufe für diese beiden Speicher. Der Kleine Galgenteich gehört als Bad der Gemeinde Altenberg. Der Große Galgenteich hat diese zwei Zuläufe, den Quergraben und den Neugraben, und zwei Hochwasserüberfälle, einen Richtung Altenberg in den Tiefenbach, und einen Richtung Speicher Altenberg, wo dann das Wasser durch den Speicher in die Rote Weißeritz fließt. Der Hochwasserüberfall zum Tiefenbach ist 10 bis 20 cm höher gelegt als der Überlauf zum Speicher, so dass, wenn der Galgenteich gefüllt ist, zuerst der Überlauf in Richtung Speicher erfolgt, und das war auch am 11./12.August 2002 so, so dass aus dem Großen Galgenteich in Richtung Tiefenbach, der dann in das Rote Wasser mündet, kein Wasser abgeflossen ist. Es gibt allerdings noch den alten Arm des Quergrabens, dort ist ein Verteilerwehr, von dort ist eine gewisse Menge dem Tiefenbach zugeflossen. - Der Damm wird durch einen Stauwart überwacht, in der letzten Zeit wurden dort noch Messeinrichtungen (Pegelanlagen, um den Sickerwasseranfall im Damm zu messen) eingebaut, so dass der Damm ständig überwacht werden kann. In den letzten Jahren sind Instandsetzungsarbeiten sowohl an den Betriebseinrichtungen als auch an Dammkrone und vor allen auch an der Böschungsbefestigung erfolgt. Die Sicherung der Böschung ist dadurch besser als vorher. Herr Walther schließt einfach aus, dass ein Bruch dieses Dammes, der schon Jahrhunderte steht, einmal stattfindet. Es gibt auch die Möglichkeit, die Zuläufe, nämlich den Quergraben und den Neugraben, noch mehrfach abzuschlagen (Abschläge wurden in den letzten Jahren modernisiert), und zwar in den Pöbelbach und in die Wilde Weißeritz, so dass man dort auch den Zufluss steuern und verringern kann - das ist am 11./12. August auch geschehen.
 
Frage: Wie steht es um die Sicherheit vor Hochwasser bei einer Schneeschmelze größeren Ausmaßes? Ist die Uferbefestigung dann ausreichend?
Dr. Neumann: "Wir können nicht mit Exaktheit sagen, wie hoch ein Frühjahrshochwasser sein wird. Wir machen alles technisch und menschlich Mögliche am Gewässer vor dem Winter, um ein Hochwasser durchzuleiten. Da wir aber im Moment keine Messdaten haben, können wir nicht sagen, für was für ein Hochwasserereignis es ausreichend ist und wir wissen auch nicht, was für ein Hochwasserereignis kommt. Es wäre falsch zu sagen: wir haben eine Sicherung des Bachbettes für jedes Hochwasser erreicht."
 
Frage: Welche Vorsorge ist für Hochwasserwarnungen getroffen worden.
Herr Walther (LTV): "Die LTV hat mit den Warnungen für Bürger nichts zu tun. Die LTV gibt Meldungen über Einstau, über zu erwartende Zeiten der Überläufe und über Abgaben aus den Stauanlagen an die zuständigen Behörden weiter, vor allem an die Katastrophenstellen der Kreise."
 
Frage: Wie schnell gehen die Informationen weiter und wie schnell können die Sirenen ohne Strom ausgelöst werden? Was hat sich nach dem Hochwasser August 2002 geändert?
Herr Brähmig: "Hierzu werden zu der nächsten Versammlung die zuständigen Herren für Katastrophenalarm im Weißeritzkreis und im Landkreis Sächsische Schweiz eingeladen. Sie sollen dann über den Status quo informieren." - Herr Brähmig setzt sich darüber hinaus dafür ein, dass bundesweit eine Pflichtschadensversicherung eingeführt wird. Außerdem sollte ein Katastrophenschutzfond eingerichtet werden, in dem jährlich ein paar hundert Million Euro angespart werden, um auch finanziell auf solche Katastrophen vorbereitet zu sein.
 
Der Vertreter des Fördervereins Müglitztalbahn weist darauf hin, dass ein Transport der Erdmassen für das Rückhaltebecken bei Lauenstein auf der Strecke der Müglitztalbahn unmöglich sei. Frage: Ist beim Wiederaufbau an die Verlegung der Bahnhöfe in Weesenstein und Oberschlottwitz gedacht, gibt es einen Plan zur Optimierung der Bahnstrecke?
 
Herr Eißmann, Leiter DB Regionalnetz Ostsachsen:
Die Schadensaufnahme für die DB-Strecke der Müglitztalbahn ist abgeschlossen: Die 38 km lange Strecke ist zu 35-40% geschädigt. Die Planung für den Wiederaufbau hat begonnen, Abstimmungen mit dem Zweckverband haben stattgefunden. Die Bahnhöfe von Oberschlottwitz und Weesenstein sind nicht zerstört. Für die Optimierung der Strecke gibt es wenig Spielraum (Auflagen der Versicherung): Es ist geplant, die Strecke baldmöglichst wieder bis zum vorläufigen Endpunkt Glashütte als Zwischenschritt zu nutzen. Die Bahn will die Optimierungsvorschläge des Fördervereins auf ihre Realisierbarkeit hin prüfen.
 
TU Dresden, Fachbereich Architektur:
Die TU Dresden bekräftigt ihr Angebot an die Gemeinde Müglitztal zur Mitarbeit bei den Planungen zum Wiederaufbau von Weesenstein.
 
 
Herr Brähmig bedankt sich bei allen Mitwirkenden und Mitstreitenden und lädt zur nächsten Versammlung ein.
 
 
Impressum: Redaktion FINCKENFANG, An der Naturbühne 12, 01809 Müglitztal OT Maxen, Tel. 035206-31056, Fax: 035206-31058, E-Mail: niggemannsimon@t-online.de, ViSdP: Dr. Gisela Niggemann-Simon. Gedruckt mit Unterstützung von Klaus Brähmig (MdB). Vielen Dank!
Internet: www/Finckenfang.de oder www.mueglitztal-flut.de
 
 
 
letzte Aktualisierung: 30.01.2003
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