Einwohner-Versammlung Müglitztal
am 27. Februar 2003 auf Schloss Weesenstein
 
Auf dem Podium:
Bürgermeister Herr Glöckner, Herr Bleifuß (LMBV), Herr Dr. Klein Dorsch-Consult, Dr. Müller Landestalsperrenverwaltung (LTV), Prof. Will Lehrstuhl Architektur TU Dresden
 
Themen:.
  1. bisherige Aktivitäten
  2. eingeleitete Maßnahmen
  3. Sachstand
 
 
Herr Glöckner, Bürgermeister:
Es ist die erste Einwohnerversammlung der Gemeinde seit der Flut. Dabei wird über den heutigen aktuellen Arbeitsstand informiert. Für den kommunalen Wiederaufbau von Weesenstein wurden bisher 4,2 Mill. Euro für insgesamt 28 Einzelmaßnahmen vom Regierungspräsidium Dresden bewilligt. Vom Aufbaustab der Gemeinde werden aber noch weiter Anträge nachgereicht.
Innerhalb der Gemeinde wird ein weiteres, einheitliches Alarmierungssignal (Hochwasser) auf die Sirenen des Landkreises aufgeschaltet.
Ansprechpartner für alle Bauplanungen und Maßnahmen sind neben dem Bauleiter der Gemeinde Herrn Piesold auch die Ingenieurgemeinschaft Maschke/Rietzschel.
Die Kreisstraßen rechts der Müglitz werden ab Mitte Mai instandgesetzt. Die Straße von Wittgensdorf über Maxen bis Reinhardtsgrimma erfolgt von Mitte Mai bis Mitte Juni; von Mitte Juni bis Mitte Juli die Straßen von Maxen über Falkenhain zum Müglitztal und die Winterleithe von Maxen zum Müglitztal (Bahnhof Burkhardswalde/Maxen).
Den Gemeinden im Müglitztal soll bis zum 31. März 2003 das Hochwasserschutzkonzept vorgelegt werden. Davon hängen alle Planungen im Bereich der Müglitz ab.
 
Herr Bleifuß, (LMBV):
  • Vertrag mit der Gemeinde (12/02 bis 6/03) zur Koordinierung aller Ingenieurbauten
  • wöchentliche Abstimmungen aller Partner, auch der Bundesbahn
  • Abflußmodellierungen für das gesamte Einzugsgebiet der Müglitz wird vorgenommen.
  • Für das gesamte Müglitztal werden die Sätze für die Bemessungshochwässer von 5-, 10-, 20-, 50- und 100-jährigen Hochwasser neu berechnet und daraus der Gefährungsgrad bestimmt. Weesenstein wird immer mit der Hochwassergefahr leben müssen, da absoluter Schutz nicht möglich ist.
  • Die Weißeritz und die Müglitz sollen zu einem naturnahem Gewässer zurückgebaut werden. Mit Unterstützung aus der Schweiz erhält das Rote Wasser bei Geising einen Gebirgsausbau.
  • Dorsch-Consult ist für den Abschnitt der Müglitz im Gemeindegebiet zuständig. Eckdaten kommen bis 31.3.2003, Rest bis Ende April 2003.
 
Dr. Klein, Dorsch-Consult:
Dorsch-Consult ist für das Müglitztal zuständig. Leitende Mitarbeiterin ist Frau Schreier aus Burkhardswalde.
  • Drei Fragen: Was kann passieren? Was darf nicht passieren? und Wie können wir uns schützen?
  • Überfliegungen und terristische Vermessungen
  • Ereignisse August 2002 werden mit historischen Ereignissen verglichen. Schon jetzt ist klar: Gleiche Schäden 1927 und 2002.
  • Hodrologische und hydraulische Berechnungen
  • Darstellung des notwendigen Schutzgebietes und des Gefahren- und Schadenspotentials in diesem
  • Hochwasserschutzmaßnahmen mit Vorzugsvarianten und Machbarkeit
  • Hydraulische Modellierung der Müglitz: Heidenau-Dohna ist fertig, Dohna-Glashütte in Arbeit
  • Besonders problematisch sind die Errosionsprozesse und Ablagerungen. Bei der Augustflut waren das ca. 180.000 m³! Bei der Geschiebetransportberechnung kommt Hilfe aus der Schweiz
  • Der Schutzgrad und das Restrisiko müssen mit der Ökonomie und Ökologie in Einklang gebracht werden.
 
Dr. Müller LTV:
  • Schadenserfassung an ca. 20.000 Objekten in Sachsen
  • 50 Mill. Euro bis 12/2002, 100 Ingenieurbüros und 600 Baufirmen eingesetzt.
  • Hochwasserkonzeptunabhängige Maßnahmen laufen schon; Wetterlage spielt bei einigen Arbeiten eine große Rolle (Frostfreiheit).
 
Prof. Will, TU Dresden:
Vorstellung der studentischen Arbeiten, die ein Wohnen in Weesenstein ermöglichen sollen. Diese Konzepte und Ideen enstanden völlig unabhängig zum Hochwasserschutzkonzept.
  • Terrassenhäuser im ehemaligen Weinberg unterhalb des Abendfriedens
  • Müglitztalhaus mit Keller und Nebengelaß im Ergeschoß in wasserfester Bauweise
  • Brückenhaus für größeren Durchfluß
  • Naturnahe Variante mit Eisenbahnbrücken als Viatukt. Schutz der vorhandenen Häuser durch neue in entsprechender Bauweise.
 
In der Diskussion ging es um Rückhaltebecken, Aufforstung, Trockenlegung von Gebäuden, Schäden an Gewässern 2. Ordnung, Ausstellung der studentischen Arbeiten und Gespräche mit der Grundstückseigentümern in Weesenstein.
 
 
 
letzte Aktualisierung: 09.03.2003
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