| Dresdener Neueste Nachrichten, 21.01.03 |
| Weesensteiner zeigen Durchhaltevermögen |
| Zum Aufbau von 29 Objekten stellt Freistaat 4,2 Millionen Euro bereit |
| von Roland Fröhlich |
| Zehn Häuser von Weesenstein hat das Müglitz-Hochwasser im vergangenen August komplett zerstört. Aber auch Straßen wurden unterspült und Brücken weggerissen. Dass die Weesensteiner Durchhaltevermögen und Aufbauwillen haben, davon konnten sich gestern Innenminister Horst Rasch und Regierungspräsident Henry Hasenpflug (beide CDU) überzeugen. Den Besuch im schwer geschädigten Müglitztal hatte die Landesregierung aber nicht zum Schauen angesetzt. Im provisorischen Container-Gemeindeamt übergab der Minister an Bürgermeister Jörg Glöckner (CDU) den Maßnahmeplan des Freistaates zum Wiederaufbau kommunaler Infrastruktur der Gemeinde. |
| Insgesamt hat die Gemeindeverwaltung für 29 Vorhaben Fördergelder beantragt. Der Freistaat stelle in diesem Jahr 4,2 Millionen Euro für die Aufbauarbeiten bereit, erklärte Rasch. Dadurch könnten einige Weesensteiner schon wieder bauen, bei anderen prüft die Landestalsperrenverwaltung in Zusammenarbeit mit den Fachämtern, ob der Wiederaufbau von Wohnhäusern im direkten Flutbereich Sinn hat. |
| "Am wichtigsten für die kommunale Infrastruktur ist der Straßenbau, betonte Glöckner," und die Wiederherstellung der Müglitzbrücke zur Schulstraße, damit Bewohner und Baufahrzeuge sich bewegen können". Im Kindergarten Mühlbach, eine der am schwersten betroffenen Einrichtungen, seien die Aufbauarbeiten durch Soforthilfen schon seit einiger Zeit im Gange. Glöckner dankte an dieser Stelle noch einmal allen Fluthelfern für ihren Einsatz. Zwei weitere Brücken im Gemeindebereich Müglitztal müsse neu gebaut werden. Das zerstörte Feuerwehrgerätehaus solle ersetzt werden und der Sportplatz samt Umgebung müsse neu angelegt werden, zählte Bürgermeister Glöckner nur die größten Schäden auf. Dazu gehöre auch das Gemeindeamt und der Bereich um das für den Tourismus so wichtige Schloss Weesenstein. |
| In jeden Falle sollen baulich bessere Lösungen als bisher geschaffen werden, versicherte der Minister und lobte das Regierungspräsidium als kompetente Behörde zur Bündelung der Bauvorhaben. Für einen Teil der Bauarbeiten müssten noch in diesem Frühjahr vorbereitende Planungen erstellt werden, erklärte Glöckner. |
| "Wir hätten weniger Hochwasserschäden gehabt, wenn die Flussläufe zweiter Ordnung in der .Vergangenheit besser konzipiert worden wären", sagte Landtagsabgeordneter Klaus Leroff (CDU), der sich seinerzeit im Krisenstab besonders engagiert hatte. Derzeit unterzieht die Landestalsperrenverwaltung alle Uferbefestigungen, Brückenbauten und Stützmauern im Böschungsbereich der Müglitz einer intensiven Prüfung, um für ein Hochwasser ähnlicher Stärke ausreichend Vorsorge zu treffen. |
| Kommentar D. Weirauch: Zu den Gewässer zweiter Ordnug zählen die Zuflüsse der Müglitz (Biela, Trebnitz, Prießnitz, Cunnersdorfer Bach, Maxener Dorfbach, Winterleithenbach, Sürßengrund, ...). Für ein Teil dieser Bäche gab es schon seit der Kaiserzeit um 1900 Planungen zum Bau von Rückhaltebecken. Diese wurden von den Politikern nie in die Tat umgesetzt. Gleichzeitig sollten die alten Stauanlagen und Fischteiche der Bauern reaktiviert werden. Diese werden heute zwar nicht mehr als Viehtränken benötigt. Auch die Fischteiche lassen sich nicht wirtschaftlich betreiben, verzögern aber bei entsprechender Konstruktion den Wasserabfluß aus den Einzugsgebieten der Bäche. |
| letzte Aktualisierung: 25.01.2003 email: Webmaster@Mueglitztal-Flut.de |